
Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am Mittwoch die Debatte über die mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht als «wertvoll» bezeichnet. Sie könne die Streitkräfte, die Rettungsdienste und die Katastrophenhilfe stärken.
Pistorius sagte der deutschen Nachrichtenagentur DPA, dass die Priorität darin bestehen sollte, den jungen Menschen zuzuhören, um eine politische Position zu diesem Thema zu konsolidieren. «Ich habe mich nicht ausdrücklich für eine Reaktivierung ausgesprochen», sagte er, bevor er betonte, dass er lediglich für die Debatte sei.
Der Minister zögerte, «einer Generation, die bereits eine schwierige Zukunft vor sich hat, eine allgemeine Dienstleistungsverpflichtung aufzuerlegen», obwohl er betonte, dass es auch positive Aspekte gebe. «In den letzten Monaten ist der Eindruck entstanden, dass manche Menschen nicht die notwendige Wertschätzung für Feuerwehr und Rotes Kreuz, Polizei und Bundeswehr haben», betonte er.
«Die Dienstpflicht könnte dazu beitragen, die Menschen und die staatlichen Organisationen ein wenig näher zusammenzubringen», argumentierte Pistorius. «Es könnte uns daran erinnern, wie wichtig diese Institutionen für das Funktionieren unserer Gesellschaft sind», sagte er.
Die Wehrpflicht wurde in Deutschland 2011 nach 55 Jahren unter dem damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ausgesetzt und damit sowohl der Wehr- als auch der Zivildienst abgeschafft. Der Einmarsch Russlands in der Ukraine hat jedoch eine erneute Debatte über seine mögliche Wiedereinführung ausgelöst.
Im Allgemeinen versteht man unter dem Begriff der allgemeinen Wehrpflicht den Dienst, den die Bürger für eine bestimmte Zeit leisten. Die Streitkräfte könnten dann neben anderen Tätigkeiten, beispielsweise im sozialen Bereich, eine Option sein.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






