
Japans Premierminister Fumio Kishida sagte am Dienstag, er gehe davon aus, dass die nächsten Parlamentswahlen vor einer möglichen Erhöhung der Verteidigungsausgaben abgehalten werden, ohne jedoch das Datum zu nennen.
«Wir werden die Bevölkerung bitten, ab einem angemessenen Zeitpunkt zwischen 2024 und 2027 eine zusätzliche Last zu tragen. Wir werden über den Starttermin entscheiden, aber ich denke, dass es bis dahin eine Wahl geben wird», sagte Kishida in einem Interview mit japanischen Medien.
Die japanische Regierung hat am vergangenen Freitag einen Jahreshaushalt vorgelegt, der mit 6,8 Billionen Yen (ca. 48 Mrd. Euro) einen noch nie dagewesenen Betrag für die Militärausgaben des Landes vorsieht. Damit soll eine aggressive neue strategische Verteidigungspolitik untermauert werden, die der Bedrohung durch Nordkorea und Chinas Expansion im indopazifischen Raum entgegenwirken soll.
Das Dokument ist die ehrgeizigste Strategieüberprüfung seit dem Zweiten Weltkrieg, die eine radikale Abkehr von der historischen, auf die nationale «Selbstverteidigung» beschränkten Politik einläuten könnte, bei der die japanischen Streitkräfte zu Gegenangriffen jenseits ihrer Grenzen ermächtigt würden.
Die neuen Verteidigungsausgaben für 2023 liegen um 26,4 Prozent höher als im letzten Jahr und stellen den ersten Schritt dar, um die historische Obergrenze von 1 Prozent des BIP für den Militärsektor zu durchbrechen, mit der Absicht, sie bis 2027 auf 2 Prozent zu erhöhen, was den Erwartungen der NATO entspricht, obwohl die Haushaltslage des Landes die schlechteste unter den großen Industrieländern ist und die öffentliche Verschuldung mehr als das Doppelte des BIP beträgt.
Diese Ankündigung ist bei den Bürgern auf Widerstand gestoßen, da damit eine noch nie dagewesene Ausweitung der Verteidigungsausgaben finanziert werden soll. In der Tat demonstrierten Überlebende der Atombombe am Montag in Hiroshima, um gegen den Plan der Regierung zu protestieren.
Die Demonstranten argumentierten, dass die Entscheidung der Regierung Fumio Kishida, die Fähigkeit zum Gegenschlag vorzuschreiben, gegen die Verfassung des Landes verstößt, die eine auf die nationale «Selbstverteidigung» beschränkte historische Politik vorsieht. «Erhöhte Militärausgaben «werden nicht zu einer friedlichen Lösung führen», kritisierten die Demonstranten.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






