
Die neue brasilianische Tourismusministerin Daniela Carneiro machte 2018 Wahlkampf mit Juracy Alves Prudencio, einem wegen Mordes zu 22 Jahren verurteilten Paramilitär, der damals eine Arbeitserlaubnis für die Regierung der Gemeinde Belford Roxo hatte, deren Bürgermeister Walter dos Santos Carneiro ihr Ehemann ist.
Carneiro, der am Montag sein Amt als Tourismuschef antrat, gehört der Partei Union Brasilien an, einer der drei konservativen Parteien, mit denen sich Präsident Luiz Inácio Lula da Silva aufgrund der Unterstützung, die er vor und nach den Wahlen erhielt, auseinandersetzen musste.
Wie die Zeitung «O Globo» berichtet, ist der Tourismuschef auf mehreren Wahlkampffotos und bei anderen Veranstaltungen an der Seite von Prudencio zu sehen, einem ehemaligen Feldwebel der Militärpolizei, der auch eine paramilitärische Gruppe angeführt hatte, die für eine Reihe von Morden in der Region Baixada Fluminense in Rio de Janeiro verantwortlich war.
Prudencio sitzt seit 2009 im Gefängnis, weil er im Mai 2007 einen 16-jährigen Jungen in einer Bar ermordet hatte. Zuvor hatten die brasilianischen Behörden neun weitere Militärpolizisten hinter Gitter gebracht, die ebenfalls Mitglieder der von ihm geführten Miliz «Bonde do Jura» waren.
Im Jahr 2020 enthüllte eine journalistische Untersuchung der Zeitung «Extra», dass Prudencio eine Stelle in der Sicherheitsabteilung des Bürgermeisteramts von Belford Roxo erhielt, das 2017 von Carneiros Ehemann geleitet wurde, was es ihm ermöglichte, das Gefängnis zu verlassen.
Obwohl er nicht zur Arbeit erschien, wurden ihm die geleisteten Stunden gutgeschrieben. Die Kommunalverwaltung behauptete, dass er sein Amt nie angetreten habe, dass er kein Gehalt erhalte und dass er sich freiwillig an eine Verwaltungsakte halte. Nach der Kontroverse wurde er nicht mehr aus dem Gefängnis entlassen.
Im Jahr 2008, ein Jahr vor seiner Verhaftung und Verurteilung, kandidierte er für die Republikanische Fortschrittspartei als Stadtrat in Nova Iguaçu. Obwohl er keinen Erfolg hatte, deuteten die Ermittlungen gegen ihn darauf hin, dass er die von ihm geführte Miliz dazu benutzte, die örtliche Bevölkerung zu terrorisieren und Kampagnen durchzuführen.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






