
Die italienische Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat am Mittwoch ein neues Dekret zur Steuerung der Migrationsströme, zur Vereinfachung der Asylantragsverfahren und zur Regulierung der Tätigkeit der im Mittelmeer tätigen humanitären Organisationen verabschiedet und die Geldstrafen gegen NRO verschärft.
Zu den Maßnahmen gehört, dass humanitäre Organisationen nur eine einzige Rettungsaktion durchführen dürfen, die den Behörden unverzüglich mit der Bitte um einen sicheren Hafen mitgeteilt werden muss. Andernfalls droht den Kapitänen ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro und die Möglichkeit eines 20-tägigen Verwaltungsarrests für das Schiff.
Laut der Tageszeitung «La Reppublica» kann das Bußgeld bis zu 50.000 Euro betragen und das Schiff beschlagnahmt werden, wenn der Verhaltenskodex nicht eingehalten wird und versucht wird, ohne eine ordnungsgemäße Genehmigung der Behörden in italienische Gewässer einzufahren.
Außerdem müssen die Kapitäne die Migranten an Bord über die Möglichkeit eines Asylantrags informieren, damit das Land, unter dessen Flagge das Schiff fährt, sich um das Verfahren kümmern kann. Das Dekret sieht auch ein Verbot von Umladungen zwischen Schiffen und Verwaltungssanktionen oder Beschlagnahmungen für diejenigen vor, die diese Maßnahmen nicht einhalten.
Italien hat in diesem Jahr 88.000 Ankünfte an italienischen Küsten und mehr als 1.300 Tote oder Vermisste zu verzeichnen. Melonis Hauptargumente sind ein angeblicher Mangel an europäischer Solidarität und der Verdacht auf die Aktivitäten von Nichtregierungsorganisationen, die von den Behörden weiterhin beschuldigt werden, die Migration durch den Einsatz von Rettungsbooten im zentralen Mittelmeer zu fördern.
Nichtregierungsorganisationen und UN-Organisationen betonen ihrerseits die andere Seite der Medaille, nämlich die derjenigen, die nach einer langen Reise, deren vorletzte Station Libyen ist, in Südeuropa Schutz suchen, ein Land, das seit mehr als einem Jahrzehnt von Konflikten geprägt ist und in dem alle Arten von Misshandlungen von Migranten und Flüchtlingen beobachtet wurden.
Menschenrechtsorganisationen beharren darauf, dass Libyen keinesfalls als sicherer Hafen für die Genehmigung von Abschiebungen angesehen werden kann, aber Anfang Oktober lag die Zahl der Anlandungen in dem nordafrikanischen Land bereits bei über 16.600, die alle von einer Küstenwache durchgeführt wurden, die ebenfalls wegen ihrer repressiven Praktiken in Frage gestellt wird.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






