
Der ehemalige Kapitän der iranischen Fußballnationalmannschaft, Ali Daei, hat am Dienstag die Behörden scharf kritisiert, nachdem seine Familie am Montag daran gehindert wurde, ins Ausland zu reisen, nachdem er die regierungsfeindlichen Demonstrationen unterstützt hatte, die seit September in Folge des Todes von Mahsa Amini in Haft stattfanden.
Daei sagte, die Flughafenbehörden hätten «keine Antwort» auf die Frage gegeben, warum sie an der Ausreise gehindert worden seien. «Was war der Grund? Wollten sie Terroristen verhaften?», fragte er, bevor er betonte, dass seine Frau nicht vorhabe, in die USA zu reisen, berichtete Radio Farda.
Offiziellen iranischen Medien zufolge wurde Daeis Frau wegen der «Teilnahme an Unruhen» und des «Aufrufs zum Streik» mit einem Auslandsreiseverbot belegt, weshalb sie nicht nach Dubai reisen konnte. In den Medien wurde auch betont, dass die Frau in die Vereinigten Staaten reisen wollte.
Die Frau und die Tochter von Daei waren an Bord des Fluges, wurden aber umgeleitet, um auf der iranischen Insel Kish zwischenzulanden, wo sie aussteigen mussten. «Was war der Zweck? Es war eine kurze Reise, und sie wollten nächste Woche wiederkommen», sagte der ehemalige Fußballspieler, wie die deutsche Nachrichtenagentur DPA berichtet.
Der ehemalige iranische Fußballspieler hat sich in der Vergangenheit mit den Demonstranten solidarisiert, was die Behörden dazu veranlasste, seinen Reisepass vorübergehend einzuziehen. Die iranischen Behörden haben bisher zwei Personen hingerichtet, die wegen ihrer Teilnahme an den Demonstrationen verurteilt worden waren, und mehrere tausend Personen wurden festgenommen.
Die iranische Revolutionsgarde hat kürzlich bestätigt, dass seit Beginn der Proteste mehr als 300 Menschen getötet wurden. Dies ist die erste offizielle Zahl seit Beginn der Proteste nach dem Tod von Amini, einer Angehörigen der kurdischen Minderheit im Iran, die verhaftet wurde, weil sie angeblich den Schleier nicht korrekt trug. Diese Zahl ist niedriger als die der Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights, die die Zahl der Todesopfer infolge der Repression durch die Sicherheitskräfte auf mehr als 400 beziffert.
Nachrichtenquelle: (EUROPA PRESS)






